Wie man als Verbraucher zum Bienenschutz beitragen kann

Die heimischen Bienen brauchen dringend Unterstützung, denn aktuell stehen über die Hälfte der in Deutschland lebenden Wildbienenarten auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Die Ursachen: Schrumpfenden Biotope, landwirtschaftliche Monokulturen sowie der steigende Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Für das biologische Gleichgewicht und vor allem für die Bestäubung zahlreicher Nahrungspflanzen (z.B. Obstbäumen) sind die Bienen jedoch unersetzlich.

Was kann der einzelne Verbraucher tun, um die heimische Bienenbevölkerung zu schützen und zu stärken?

1. Regionalen Honig kaufen

Seit 1960 bis zu Beginn der 2000er Jahre ist die heimische Honigbienenzahl deutlich gesunken. Das Problem: Zwar lässt sich Honig für das deutsche Frühstücksbrötchen aus dem Ausland importieren, die wichtige Bestäubungsleistung der Bienen für die heimischen Pflanzen jedoch nicht.

Wer sich für regionale (wir zählen hier auch Europa dazu) Honigprodukte entscheidet, stärkt das Imkerhandwerk durch die wachsende Nachfrage und sorgt für Zuwachs unter den heimischen Bienenvölkern.

2. Bio-Produkte bevorzugen

Nicht nur beim Honig, sondern auch bei Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten sollten Verbraucher im Sinne der Biene auf Bio-Produkte setzen. Der Grund: Der Cocktail-Effekt, dem Bienen durch das Sammeln auf pestizidbelasteten Blüten ausgesetzt sind, steht im Verdacht, ihre Sterblichkeit zu erhöhen, natürliches Verhalten zu schädigen und die Brutentwicklung zu stören. Ein dramatisches Beispiel: Im Frühjahr 2008 verendeten 11.000 Bienenvölker am Oberrhein schlagartig, weil Landwirte mit Pestiziden behandeltes Saatgut ausbrachten. Der betreffende Stoff wurde in der Zwischenzeit zwar verboten, doch sind Chemikalien derselben Wirkstoffgruppe noch immer im Einsatz. Um den Landwirtschaftssektor, der komplett ohne Pestizide auskommt, wirtschaftlich zu stärken, sollten Kunden daher Bio-Produkte bevorzugen.

3. Bio Honig wählen

Bienen nehmen Pestizide nicht nur über ihre Umgebung auf, sondern auch über ihr Winterfutter. So ist etwa der Maissirup, den viele Imker ihren Tieren im Austausch für den Honig anbieten, teilweise mit Glyphosat und Pestiziden belastet. Wer sicher gehen will, dass Honigbienen nach höchsten Standards gehalten werden, kauft deshalb Bio-Honig: Hier verpflichten sich die Imker, ihre Bienen in Kästen aus unbehandelten Naturmaterialien zu halten und ihnen als Winterfutter ausschließlich Bio-Zuckersirup zu geben. Bio-Bienen dürfen weder mit Medikamenten noch mit Chemie gegen Parasiten behandelt werden. Sie leben in einem Umfeld, das in einem Umkreis von 3 Kilometern vorwiegend ökologisch bewirtschaftet wird.

4. Bienenfreundliche Blüten im eigenen Garten und auf dem Balkon pflanzen

Ihre Lebensgrundlage Pollen und Nektar sammeln unsere heimischen Bienen von blühenden Pflanzen. Doch nicht jede dekorative Blüte, die deutsche Hobbygärtner gern im Garten und im Balkonkasten kultivieren, eignet sich für die Bienen-Ernährung. Rosen, Dahlien und Geranien mit gefüllten Blütenköpfen wirken zwar prachtvoll, aber liefern den Insekten keine Pollen und versperren ihnen den Zugang zum Nektar. Die Forsythie, beliebt als leuchtend gelbe Frühlingsbotin, ist als Hybridzüchtung steril und stellt gar keine Bienen-Nahrung bereit. Auch Pflanzen, die ihre Pollen über den Wind verteilen, wie die Magnolie, bieten den Insekten weniger Nährwert.

Ideal für einen reichhaltigen Bienenspeiseplan eignen sich hingegen Obstbäume, Kräuter, Zwiebelgewächse und die regionale Vielfalt von Wildblumen- und Stauden. Wer den Honigsammlern einen bunten Blütenmix bieten will, der sich im Laufe der Saison stetig erneuert, greift am besten zu einer speziell komponierten Bienenweiden-Saatgutmischung. Auch Blühstreifen und Wiesen sollten Gartenbesitzer nicht laufend wie einen Rasen kurz mähen, sondern ausblühen lassen.

Was man mit einer Wiesenfläche noch umsetzen kann, zeigt “beegut” in ihrem aktuellen “Wiesen Projekt”:

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5. Nistmöglichkeiten für Wildbienen schaffen

Rund 95 Prozent der heimischen Wildbienenarten leben nicht gemeinsam in Bienenstöcken, sondern solitär in kleineren Bauten. So sucht sich die Rostrote Mauerbiene gern Spalten in Dächern oder Mauerwerk, die Blaue Holzbiene nagt ihre röhrenförmige Behausung in totes Holz und andere Arten graben Erdlöcher. Wer die Bienen in urbanen Umgebungen und gepflegten Gärten bei ihrer Wohnungssuche unterstützen will, kann ein Insektenhotel aufstellen. Eine schnelle DIY-Variante lässt sich mit Bambusstängeln, Lochziegeln oder Holzstücken mit Bohrlöchern anfertigen. Auch Blumenkübel, die mit Sand und Erde gefüllt werden, nehmen viele Bienenarten an. Im Idealfall bildet der Nistplatz einen Teil der Gartengestaltung, zum Beispiel in Form einer Totholzhecke.

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